Die Geschichte vom Storch Freddy der nicht mit in den Süden geflogen ist

 

 

So wie in jeden Jahr kamen die Störche 2004 am 01.04 und 02.04. nach Görsbach und nahmen ihr Nest ein.

Sie haben sich auch sofort gepaart und zwei Eier gelegt. Am 15.04 kam ein dritter hinzu und es kam zu heftigen Kämpfen. Offensichtlich hatte sich das Männchen mit den falschen Weibchen gepaart und jetzt ist sein Weibchen da und  hat das andere vertrieben und die Eier aus den Nest geworfen.

Dann hat sich das neue Pärchen frisch verliebt und es wurden vier Eier gelegt.

Zwischen den 13.06 und 16.06.schlüpften 4Küken.

Leider sind zwei nicht so schnell gewachsen, sie waren gegenüber den anderen nur halb so groß, und wurden aus den Nest geworfen.

 

Übrig geblieben sind Freddy und wir sagen mal sein Bruder.

Die beiden haben sich sehr gut entwickelt, sind schnell herangewachsen und Anfang  August begannen sie schon die ersten Flugversuche zu unternehmen.

Am 19.August haben sie sich das erstemal getraut das Nest zu verlassen. Sie sind beide über das Feld spatziert und haben auch das erstemal Nahrung erbeutet.

Dieser erste Ausflug endete für Freddy auf den Betriebshof der Baufirma Andreas Dietzel.

Er informierte mich , ich fuhr zu ihm und stellte fest das er total erschöpft war. Ich konnte auf ihn zu gehen ohne das er geflüchtet ist. Dort habe ich ihn aufgenommen und bin nach Hause gefahren.

Der Bürgermeister Siegfried Junker war über diesen Vorfall auch schon informiert und organisierte noch am selben Abend Technik um unseren Freddy wieder in das Nest zu bringen.

Pünktlich 08:00 Uhr am 20.August standen die Mitarbeiter der Nordhäuser Stadtwerke mit einer Hebebühne vor meiner Tür und wir konnten Freddy wieder in sein Nest bringen.

Er wurde dann von seinen Eltern weiter mit Futter versorgt. Da die Störche aber Ende  August bis Anfang September den Flug in den Süden antreten stellen sie langsam das Füttern am Nest ein um die Jungen zum fliegen zu zwingen.

Freddy ist aber auf den Nest geblieben. Er ist nach einer Woche wieder geflogen aber nur kurz, er hat also in der Zeit wo sein Bruder mit seinen Eltern auf den Feld war keine Nahrung bekommen, nur einmal als sich alle Abends im Nest eingetroffen sind und dann hat sein Bruder auch noch das beste weg geschnappt.

Am 01. September sind Freddy's Eltern und sein Bruder auf  in den Süden.

Freddy saß auf seinen Nest und machte einen müden Eindruck. Ich bin dann aufs Nest geklettert um ihn mit ein paar Würmern und Fleisch zu versorgen, aber auch um ihn zu stören und aufzuscheuchen. Er kam dann wieder und hat auch das Futter angenommen. Diese Prozedur habe ich jeden Tag  gemacht bis er das Nest von alleine verlassen hat und das geschah an einem Sonntag. Er war dann den ganzenTag weg, auch über Nacht und bis Dienstag keine Spur.

Am Dienstag Vormittag riefen mich aufmerksamen Bürger der Stadt Heringen (ca.10 km von Görsbach entfernt) an und sagten mir das sich ein Storch schon mehrere Tage auf den Dächern aufhält.Ich habe mich dann vor Ort erkundigt,es war Freddy. Die Leute erzählten mir das er sich  nur auf Dächern aufgehalten hat und demzufolge auch keine Nahrung zu sich genommen hat. Mit Hilfe der Kammeraden von der Freiwilligen  Feuerwehr Heringen konnten wir ihn vom Dach einfangen. Ich hatte ihn dann nun zum zweiten mal auf den Hof und bessere Möglichkeiten ihn mit Futter zu versorgen, was er dringend nötig hatte.Er kam dann wieder zu Kräften und nach zehn Tagen hat er es geschaft die ca.3Meter hohe Grundstücksmauer zu überfliegen.

Um den 20.September habe ich ihn mit noch zwei anderen Störchen auf den Feldern gesehen und ich dachte das er mitfliegen würde. Das hat er nicht getan, als die anderen weiter geflogen sind ist er wieder auf sein Nest zukückgekehrt. Seitdem ist er unser Gast und wenn es was zu fressen gibt kommt er wieder in den Hof und läst es sich gut gehen.

Zusätzlich haben wir ihn eine Möglichkeit geschaffen ein eigenes Nest zu bauen.